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Interview mit Prälat Prof. Dr. Christian Rose

Prälat Rose ist eng mit Stift Urach verbunden.
Elke Maihöfer hat ihm einige Fragen "rund ums Stift" gestellt:

Lieber Herr Rose, wie lange sind Sie schon mit dem Stift verbunden und wann haben Sie Stift Urach zum ersten Mal betreten?

Das genaue Datum kann ich nicht benennen. Ich war leider kein Seminarist und habe auch Primus Truber nicht persönlich kennengelernt. Aber beinahe 😊. Das erste genaue „Date“ im Stift Urach war 2008 das Truber-Jubiläum. Seitdem war ich ziemlich oft im Stift Urach bei unterschiedlichen Gelegenheiten: Sprengelkonferenzen mit den Dekaninnen und Dekanen der Prälatur Reutlingen; Begegnungstagungen mit der Partnerkirche Thüringen. Konvente des OKR-Kollegiums; Gesprächsrunden im Pastoralkolleg; Einkehrtage für Kirchengemeinderäte; Stiftsfeste; Persönliche Anlässe wie 90. Geburtstag meiner Patentante, vor fünf Jahren haben wir uns als Cousins und Cousinen aus ganz Europa im Stift getroffen.

Was schätzen Sie persönlich an Stift Urach?
Da kommt vieles zusammen: das Ensemble mit der Amanduskirche, die Lage am Fuße des Albtraufs, die unterschiedlichen Möglichkeiten: einkehren – erholen - feiern – tagen. Die schlichten, wohnlichen Zimmer mit den interessanten Namen, das gastfreundliche Mitarbeitendenteam am Empfang, im Housekeeping, im Restaurant. Die Stiftskapelle und der Chorraum der Amanduskirche sind Orte des Rückzugs, die Tagzeitengebete sind Quellen des Aufatmens und Kraftschöpfens, sie schenken Momente der Gottesbegegnung in der Gemeinschaft. 

Gibt es eine „besondere“ Erinnerung, die Sie mit Stift Urach verbinden? 
Als ich bei einer Stiftsführung das erste Mal Bruder Wendelin begegnet bin, - ein Bruder des gemeinsamen Lebens. So wurde die frühere Zeit lebendig. Das Stift Urach ist ein geschichtsträchtiger Ort. Beeindruckt bin ich von Graf Eberhard. Er hat Urach zu seiner Residenzstadt gewählt. Er hat die Amanduskirche und das Stift bauen lassen, er hat die Brüder des Gemeinsamen Lebens aus Holland gerufen, damit sie im Gemeinwesen geistliche Impulse setzen. Von Urach aus hat er die Universität Tübingen gegründet mit dem Wahlspruch: „Attempto, ich wage es“.  

Was war und ist Ihnen als Vorsitzender des Kuratoriums von Stift Urach wichtig?
Dass wir die Arbeit des Stifts weiterhin gut begleiten und unterstützen. Durch das Tagungsstättenmanagement unserer Landeskirche wird das Kuratorium andere Aufgaben übernehmen müssen. Dem sehe ich gelassen entgegen. Veränderung gelingt durch Begeisterung. Vertrauen wir auf das Wirken des Geistes Gottes. 

Was ist Ihnen wichtig für die Zukunft des Stifts, wenn Sie an die Menschen in der Stadt, in der Region, in unserer Landeskirche und darüber hinaus denken?
Ich möchte, dass Menschen gerne und leicht ins Stift Urach kommen können. Manchmal höre ich von Einheimischen, dass das geschlossene Tor zum Stiftshof nicht einladend sei. Klar, jetzt ist Corona. Aber bald sollte das Tor weit offen stehen, so wie es das alte Motto der Zisterzienster ausdrückt: „Das Tor ist offen, das Herz noch mehr“.Also, wagen wir es. Mir ist wichtig, dass das Stift Urach zu einem niederschwelligen Ort geistlicher Gemeinschaft aller Generationen und unterschiedlicher persönlicher Prägungen wird. Ich wünsche dem Stift, dass es Freiräume der Begegnung und Zeiträume der Gemeinschaft anbietet. 

Haben Sie auch einen persönlichen Wunsch?
Ja, dass wir Neues wagen, und gelassen warten, was daraus wird.  

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