„Worauf ich stehe“ – dem eigenen Glauben Sprache verleihen 11.-13. November

Für viele Menschen sind viele Aussagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses zutiefst rätselhaft. Christen tun sich zunehmend schwer, in unserer säkularen Welt sprachfähig zu sein und Rechenschaft zu geben über das Lebensfundament, auf dem sie stehen. Joachim Beck, Direktor des Zentrums Diakonat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, und Andreas Ebert, Theologe und Meditationslehrer, laden ein, dem vor langer Zeit formulierten Glaubensbekenntnis auf den Grund zu gehen. Andreas Ebert hat unlängst in dem Buch „Schwarzes Feuer – weißes Feuer“ nicht nur sein persönliches Glaubensbekenntnis entlang seiner eigenen spirituellen Reise verfasst und nach den biblischen Quellen gefragt, sondern ermutigt Menschen dazu, selber ein Credo zu entfalten, das der eigenen Lebenspraxis entspricht.
Martin Schmid hat mit Andreas Ebert gesprochen.

Welche Worte des Apostolikums haben für Dich in Deiner Lebenssituation eine starke orientierende Kraft?
Mich berührt immer mehr der Glaube an den Schöpfer und an die Schöpfung als erstes Buch Gottes, aber auch die Gemeinschaft der Heiligen, die in individualistisch-egozentrischen Zeiten verloren zu gehen droht und doch gerade jetzt immer wichtiger wird.

Welcher Satz ist für Dich am stärksten auslegungs-, korrektur- und ergänzungsbedürftig?
Mich stört, dass Gottvater zweimal allmächtig genannt wird. Nie aber der Allerbarmer oder die Liebe. Und mich stört, dass Jesus auf Jungfrauengeburt, Tod und Auferstehung reduziert wird und seine Lehre, sein Leben, seine Zärtlichkeit und seine Heilungen ignoriert werden.

Du hast als Leiter des „Spirituellen Zentrums St. Martin“ in München vor Jahren ein Credo-Projekt mit vielen Veranstaltungen und breiten Beteiligungsmöglichkeiten durchgeführt. Gab es da etwas, das Dich überrascht hat?
Mir ist bei den Rückmeldungen zu selbst formulierten Bekenntnissen aufgefallen, dass zentrale Themen des Credos bei den Einsendern praktisch nicht vorkamen: Jungfrauengeburt, Kreuz, Kirche. Viel eher ein zugewandter, liebender Gott.

Im Glauben sprachfähiger werden, um Rechenschaft über das eigene Glaubensfundament geben zu können, ist ein Ziel des Seminars. Wie wollt ihr vorgehen? Auf was können sich die Teilnehmenden freuen?
Wir werden etwas über die Entstehungsgeschichte der klassischen Glaubensbekenntnisse und neuerer Texte erfahren. Vor allem aber werden wir versuchen, die eigene Glaubenserfahrung in Sprache umzusetzen, die Ergebnisse mit anderen austauschen und wenn möglich am Ende ein gemeinsames Glaubensbekenntnis aus den einzelnen Texten zusammensetzen.

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