Zur aktuellen Situation im Stift

Ruhig ist es wieder geworden im Stift – leider. Nach der ersten Schließung im Frühjahr 2020 war im Sommer wieder Leben ins Haus eingekehrt. Mit vielen Hygieneregeln und Abstandsgeboten, geringeren Gruppengrößen und manchen Einschränkungen … Die Gäste haben all das gerne in Kauf genommen. Viele haben uns zurückgemeldet, wie gut ihnen das tut: wieder andere Menschen zu treffen, gemeinsam die Tagzeitengebete zu feiern und inmitten der Krise so ein Stück Normalität zu erleben … auftanken an Leib und Seele! Und wir im Stift haben uns von Herzen über unsere Gäste gefreut.

Seit November wurden unsere Möglichkeiten dann wieder stark eingeschränkt. Wir mussten unsere Seminare aus dem Jahresprogramm absagen, durften keine kirchlichen Gruppen und Gäste mehr im Haus willkommen heißen. Es ist uns sehr schwergefallen, unseren Gästen abzusagen, weil wir wissen, wie sehr sich Menschen aufs Stift gefreut haben.

Dass auch keine Einkehrtage im Advent, zu Weihnachten und über den Jahreswechsel stattfinden konnten, schmerzt uns besonders. Es ist uns bewusst, was diese Einkehrtage über die Festtage mit der Gemeinschaft im Stift bedeuten - gerade für Menschen, die alleine sind. Gerne hätten wir diese Tage gemeinsam erlebt und uns miteinander im Hören auf die biblischen Texte gegenseitig gestärkt. So bleibt dieses Jahr nur die Verbundenheit in Gedanken und im Gebet.

Not macht erfinderisch – wir vom Stiftsteam versuchen auf andere Weise, den Kontakt aufrechtzuerhalten: mit der digitalen Gebetszeit aus der Stiftskapelle, mit kurzen Videogrüßen auf der Homepage, Newsletter und Stift aktuell, einem digitalen Adventskalender oder auch mal einem Telefongespräch oder kurzen Kartengruß. All das kann die persönliche Begegnung vor Ort im Stift nicht ersetzen. Es soll trotzdem ein kleines Zeichen sein, dass wir an unsere Gäste denken und uns mit ihnen verbunden wissen. Wir zählen die Tage, bis wir die Türen des Stifts wieder öffnen dürfen … hoffentlich auf bald!

Ute Bögel